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Geschichte

Geschichtslehrkräfte

Die Fachschaft Geschichte besteht aus acht Kolleginnen und Kollegen. Dazu gehören Frau Bockhop, Herr Boll, Herr Hansen, Frau Lutze, Frau Rehmke, Herr Renk, Herr Schneider und Herr Schuldt.

Lehrbücher

In der siebten und achten Klasse verwenden wir hauptsächlich „Geschichte und Geschehen“. Die Klassen neun und zehn benutzen zurzeit „Zeiten und Menschen“ (Bd. 3 und Bd. 4).  In der Oberstufe kommt sowohl in der Einführungsphase als auch in der Qualifikationsphase „Buchners Kolleg Geschichte“ zum Einsatz.

  • M. Sauer (Hrsg.): Geschichte und Geschehen, Bd. 1 u. Bd. 2, Stuttgart 2020.
  • H.-J. Lendzian (Hrsg.): Zeiten und Menschen, Braunschweig 2022 (Bd. 3), und 2023 (Bd. 4).
  • R. Schulte/B. Stello (Hrsg.): Buchners Kolleg Geschichte, Ausgabe Schleswig-Holstein Einführungsphase, Bamberg 2018.
  • R. Schulte/B. Stello (Hrsg.): Buchners Kolleg Geschichte, Ausgabe Schleswig-Holstein Qualifikationsphase, Bamberg 2017.

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Fachanforderungen des IQSH

Schulinternes Fachcurriculum Sek I (Orientierungs-/Mittelstufe)

Schulinternes Fachcurriculum Sek II (Oberstufe)

Was geht mich die Vergangenheit an?

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“ Helmut Kohl, Bundestagsrede vom 1. Juni 1995 zur Geschichte der Vertreibung, Plenarprotokoll 13/41 vom 01.06.1995, S. 03183.

Der Geschichtsunterricht an der LG eröffnet unseren Schüler:innen die Chance, sich mit historischen Entwicklungen, Denkweisen und Lebensformen auseinanderzusetzen – nicht aus reiner Rückschau, sondern um die Gegenwart besser zu verstehen und die Zukunft mitzugestalten. Er stärkt das Bewusstsein für die eigene Identität und vermittelt, wie tief unsere Welt von Geschichte geprägt ist.

Dabei geht es nicht nur um Faktenwissen, sondern um die Fähigkeit, klug und kritisch zu urteilen: Wer historische Strukturen durchschaut, kann auch aktuelle Herausforderungen – wie Demokratiekrisen, soziale Ungleichheit, Migration, Umweltwandel oder globale Konflikte – besser einordnen. Historisches Denken hilft, Haltung zu entwickeln, Perspektiven zu wechseln und Verantwortung zu übernehmen. So werden unsere Schüler:innen befähigt, aktiv und reflektiert an unserer demokratischen Gesellschaft teilzuhaben. Zentrales Ziel ist der Aufbau eines reflektierten Geschichtsbewusstseins. Dieses zeigt sich im begründeten Erzählen historischer Zusammenhänge (Konstruktion) ebenso wie im kritischen Hinterfragen von bestehenden Deutungen (Dekonstruktion). Geschichte wird so zu einem lebendigen Werkzeug für Orientierung und Urteilskraft.

Die Themen des Geschichtsunterrichts orientieren sich an relevanten Fragen der Gegenwart und Zukunft. Sie greifen gesellschaftliche Schlüssel- und Kernprobleme auf, etwa:

  • Wie entsteht und verändert sich Macht?
  • Welche Ursachen haben Krieg, Frieden und Fluchtbewegungen?
  • Wie entwickeln sich soziale Ungleichheiten?
  • Was bedeutet kulturelle Vielfalt im historischen Wandel?
  • Welche Rolle spielt Erinnerung für unsere Identität?

Die Auseinandersetzung erfolgt problemorientiert, multiperspektivisch, kontrovers und handlungsnah. Historische Inhalte werden so aufbereitet, dass sie fachliche Kompetenzen stärken und zum eigenen Denken anregen. Dabei lernen unsere Schüler:innen, Begriffe und Methoden der Geschichtswissenschaft sicher anzuwenden. Der Unterricht schafft Raum für selbstständiges Forschen, Fragen und Deuten. Ziel ist es, dass junge Menschen Geschichte nicht nur lernen, sondern mit ihr etwas anfangen können – heute und morgen.

(Vgl. Fachanforderungen Geschichte)

Projekte der Fachschaft Geschichte

Fahrt der Neuntklässler zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Im Rahmen der Unterrichtseinheit zum Thema Nationalsozialismus fördert die Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme die historisch-politische Bildung, die Erinnerungskultur und die Demokratiebildung. Schülerinnen und Schüler setzen sich vor Ort mit nationalsozialistischer Verfolgung, Zwangsarbeit, Täter- und Opferperspektiven sowie mit Fragen von Verantwortung und Menschenrechten auseinander. Die Fahrt findet am Ende der neunten Klasse statt.

Projektfahrten nach Buchenwald

Ende der E-Phase findet an der LG seit über zwanzig Jahren die Buchenwaldfahrt statt. Während es im Geschichtsunterricht häufig um das Erkennen und Analysieren von Problemen geht, haben die Schülerinnen und Schüler hier die Möglichkeit, an Ort und Stelle Geschichte zu erfahren. Freiwilligkeit steht bei dieser Fahrt an vorderster Stelle. Aus allen E-Klassen können sich geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler für die Projektfahrt anmelden.

Vor 75 Jahren, am 11. April 1945, wurde das Konzentrationslager Buchenwald von den Amerikanern befreit. Es war eines der größten Lager auf deutschem Boden. Zu den hier internierten und ermordeten Menschen gehörten „Juden, Sinti und Roma, Menschen ohne Wohnsitz und Arbeit, Menschen mit Behinderung und engagierte Mitglieder der christlichen Kirchen, Zeugen Jehovas und Homosexuelle“.(bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/307647/befreiung-des-kz-buchenwald 17.6.2020)

Die Fahrt dauert zumeist 4 bis 5 Tage. Die Schülerinnen und Schüler sind auf dem Gelände der heutigen Gedenkstätte untergebracht und können freiwillig an bestimmten Themen, wie z.B. an den Verbindungen zwischen der Stadt Weimar und dem Lager, arbeiten.

Projektfahrt 2023

Auch im Jahr 2023 ist die LG wieder mit einigen Schülern und Schülerinnen der 10. Klassen nach Buchenwald gefahren. 

Durch einen neu entwickelten Audiowalk, die kompetente Begleitung Ronald Hirtes, eigene Erkundungen des Lagers und bereitgestellte Informationsmaterialien konnten wir in den Tagen viel über die damalige Zeit und das Verhalten einiger Menschen lernen. 

Eine ungewöhnliche Herausforderung stellte sich uns abseits dessen bei dem Versuch, ein geeignetes Gruppenfoto aufzunehmen, welches den Kontext unserer Exkursion darstellt, jedoch nicht als unangemessen und respektlos aufgefasst werden kann und mit dem wir uns zudem wohlfühlten. 

Mir ist klar geworden, dass Buchenwald ein Ort ist, der einem erst richtig bewusst wird, wenn man dort war. Das Erleben eines Ortes mit so viel Geschichte hinterlässt einen Eindruck, den man nicht in einem Foto einfangen kann. Als wir unser Gruppenfoto aufnehmen wollten, waren wir schon ein paar Tage vor Ort. In allen Köpfen schwirrten nun all die Eindrücke, die wir gesammelt hatten. 

Es fühlte sich teilweise fast ein bisschen falsch an, dort ein Foto zu machen. Mir wurde bewusst, dass es Wissen gibt, welches man nicht durch Fotos oder Texte weitergeben kann, es gibt Orte, an denen so schreckliche Sachen geschehen sind, dass sie uns fast unwirklich vorkommen. Es fühlte sich an wie eine Art Weckruf. Das, worüber wir Dokumentationen schauen und Texte lesen, ist wirklich passiert. 

Mir wurde etwas flau im Magen und es überwältigte mich, aber über die Zeit entwickelten sich auch viele positive Gefühle. 

Wir sind für unseren Frieden verantwortlich, wir haben die Möglichkeit, solch ein Leid zu verhindern. Anstatt ausschließlich zu trauern, was zum Teil auch zu dieser Erfahrung dazu gehört, breitete sich in mir eine große Dankbarkeit aus. 

Ich bin dankbar dafür, diesen Ort gesehen zu haben und dass mir diese Verbrechen bewusster gemacht wurden. 

Anouschka Franke