18 Jun

Brief des Schulleiters vom 18.6.2021

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern,

wie verfasst man einen Sommerferienbrief, in dem auch nur annäherungsweise das beschrieben wird, was uns in diesem Schuljahr besorgt und verunsichert hat? Vielleicht einfach, indem man den Blick nach vorne richtet und die berechtigte Hoffnung äußert, dass wir in eine schulische Normalität zurückkehren, die soziale und körperliche Nähe beinhaltet, die auf diese Weise kontinuierliches und konzentriertes Lernen ermöglicht und darüber hinaus die Vielzahl von außerunterrichtlichen Aktivitäten und Aufführungen enthält, die an der LG zum Standard gehören! Das zweite Jahr hintereinander nicht würdigen zu können, was im Laufe eines Schuljahres in Form von Präsentationen aller Art entwickelt worden wäre, tut schon sehr weh.

Dieser optimistische Blick in die Zukunft soll nicht verschleiern, was an Nöten und Ängsten durchlebt worden ist und was oft Ärger und Tränen verursacht hat. Wir alle, Schüler, Eltern und Lehrer mussten uns aus der Distanz „herantasten“, waren unterschiedlich gewappnet, um den Herausforderungen zu begegnen. Dabei sind auf allen Seiten Erfahrungen gemacht worden, die nicht alle gleich bewerteten. Es ist aus Schülersicht verständlich, dass man sich zur angesetzten Videokonferenz anmeldet, um dann aber andere Dinge spannender zu finden als den Unterricht, der gezwungenermaßen oft frontal verlief. Es ist dann aber auch aus Lehrersicht verständlich, dass man unzufrieden ist, wenn man sich einarbeitet und vorbereitet, aber den Eindruck hat, man unterrichte ins Leere. Wenn diese Erfahrungen für irgendetwas gut waren, dann dafür, dass sich mehr Verständnis füreinander entwickelt hat, vor allem aber alle gemerkt haben, wie schön es ist, „in echt“ zur Schule zu gehen!

Hoffen wir also, dass wir das im August wieder können. Es wird uns lange beschäftigen, die entstandenen Defizite aufzuarbeiten. Wir müssen das als gemeinsame Aufgabe angehen, d. h. mit Anstrengungsbereitschaft auf der einen, aber auch mit Verständnis und einer den Bedingungen entsprechenden, also abgeschwächten Erwartungshaltung auf der anderen Seite. Und wir müssen miteinander im Gespräch bleiben. Nur so erwächst das Wichtigste, nämlich gegenseitiges Vertrauen.

Auf einer solchen Basis werden wir die Herausforderungen meistern, da bin ich mir sicher. Ich freue mich auf das neue, hoffentlich wieder durch „LG-Bedingungen“ definierte Schuljahr und wünsche euch und Ihnen beste Erholung, viel Sonne und schöne Momente in den so wohl wie nie verdienten Sommerferien!

Thomas Engelbrecht