24 Mrz

Offener Brief des Schulleiters

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern!

Man muss dieser Tage nicht viele Worte darüber verlieren, wie unübersichtlich sich die Situation darstellt. Man fühlt sich ständig von Entwicklungen überholt, die gestern noch ganz anders gesehen wurden.

Umso wichtiger ist, dass wir als LG versuchen, mit der Situation so konstruktiv wie möglich umzugehen. Grundlage unseres Handelns ist die Annahme, dass der Unterricht hoffentlich am 20.04. wieder stattfindet. Mir sind anderslautende Planungen aus dem Ministerium jedenfalls nicht bekannt.

So fallen in dieser Annahme „nur“ zwei Wochen Unterricht aus – bedauerlicherweise aber eben ein Zeitraum, in dem viele Leistungsüberprüfungen zur Ermittlung des schriftlichen Teils der Note angesetzt waren oder vorbereitet werden sollten.

Für die Sekundarstufe I ist dieser Wegfall weniger relevant, da es viele Klassenarbeiten in nur wenigen Fächern gibt und es sich um Ganzjahresnoten handelt; gleiches gilt eingeschränkt für die Einführungsphase. Hier wird man Regelungen finden, um die für den Normalfall angesetzten Ansprüche zu reduzieren.

Für die Qualifikationsphase sieht das anders aus, die Anforderungen an das Zustandekommen einer Halbjahresnote sind strenger und erlauben wenig Spielraum. Fest steht deshalb, dass eine Verlagerung aller Ansprüche auf die Zeit nach den Ferien zu einer extremen, viele überfordernden Belastung führen dürfte.

Wir haben deshalb versucht, durch fachspezifische Aufgabenerteilungen einen Teil dieser Ansprüche schon in der unterrichtsfreien Zeit bewältigen zu lassen. Dass gemäß Erlass vom 17.03. die Zensurengebung für diesen Zeitraum ausgesetzt ist, muss selbstverständlich Gültigkeit haben. Dass es aber alle Beteiligten leichter hätten, wenn nicht erst nach den Ferien alle Ansprüche gleichzeitig formuliert würden und dann zu bewältigen wären, ist auch Teil der (gymnasialen) Wahrheit. Wer jetzt Vorarbeiten leistet und auch im Sinne eigenständigen Erarbeitens Lern- und Aufgabenangebote ernst nimmt, wird definitiv davon profitieren, wenn es wieder losgeht. Selbstverständlich ist Kommunikation und Nachfrage an der einen oder anderen Stelle notwendig und auch erwünscht.

Deshalb bitte ich darum, die mit den Lehrkräften vereinbarten Absprachen einzuhalten, mit dem Ziel, eine bestmögliche Vorbereitung für die Zeit nach den Ferien, in der Prüfungen und Benotungen wieder stattfinden werden, zu gewährleisten.

Aber es geht momentan ja zum Glück nicht nur um die Frage von Leistungsmessung, sondern um die möglichst konstruktive Beschäftigung mit schulischen Themen. Jeder hat klassenspezifisch eine Liste mit Aufgaben erhalten, die den Unterrichtsausfall dieser zwei Wochen ausgleichen sollen. Es dürfte inzwischen so weit sein, dass manche schon fertig sind, andere merken, dass sie mit bestimmten Anforderungen allein nicht richtig zurechtkommen. In solchen Fällen galt und gilt, dass die Lehrkräfte zur Verfügung stehen, um die Dinge auch im Einzelfall zu klären. Das kann von Schülerseite ausgehen, aber natürlich auch von Eltern oder Elternvertretungen. Das Problem ist, dass wir nicht dem ganzen Kollegium alle Eltern-Kontaktdaten geben dürfen, so dass Anfragen im Regelfall an die Lehrer*innen erfolgen müssen.

Um das noch einmal anzubieten, werden sich alle Klassenleitungen dieser Tage noch einmal bei den Elternvertretungen melden, den Stand der Dinge abfragen und klassenspezifisch die schulischen Mailadressen (Vorname.Name@lg-ratzeburg.de) konkret zu benennen. Im Bedarfsfall können dann hoffentlich alle wichtigen Fragen noch vor den Ferien geklärt werden.

Wie auch immer ihr und Sie diese verbringen können, wünsche ich allen gutes Gelingen bei der Bewältigung der Aufgaben, aber eben auch Entspannung und schöne Momente – und natürlich beste Gesundheit!

T. Engelbrecht